PrognoseberichtEinen Schritt voraus

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Die Expertinnen und Experten internationaler Wirtschaftsinstitutionen gehen für das Jahr 2026 von einer weiterhin moderaten, aber stabilen Entwicklung der Weltwirtschaft aus. Der Internationale Währungsfonds (IWF) erwartet für 2026 ein globales Wirtschaftswachstum von rund 3,3 %. Unterstützt wird diese Entwicklung durch eine weiter rückläufige Inflation sowie durch geldpolitische Lockerungen in den großen Volkswirtschaften, die den privaten Konsum und die Investitionstätigkeit stützen. Gleichzeitig bleiben geopolitische Spannungen, protektionistische Tendenzen und politische Unsicherheiten wesentliche Risikofaktoren für die globale Konjunktur.
Für den Euroraum wird im Jahr 2026 eine allmähliche konjunkturelle Belebung erwartet. Die Inflationsrate hat sich 2025 stabilisiert und liegt mit rund 1,7 % im Zielbereich der Europäischen Zentralbank. Die EZB hat im Verlauf des Jahres 2025 den Leitzins auf 2,15 % gesenkt. Für 2026 wird von einem weiterhin unterstützenden geldpolitischen Umfeld ausgegangen, das insbesondere investitionsintensive Branchen wie die Bauwirtschaft begünstigt.

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Die europäische Bauwirtschaft dürfte im Jahr 2026 in eine Phase der schrittweisen Erholung eintreten. Laut den Ergebnissen der 100. EUROCONSTRUCT-Konferenz im November 2025 wird für 2026 ein Anstieg des europäischen Bauvolumens um rund 2,4 % erwartet. Damit setzt sich nach der Stabilisierung im Jahr 2025 erstmals wieder ein breiteres Wachstum durch.
Der Tief- und Infrastrukturbau bleibt dabei der wichtigste Wachstumstreiber. Öffentliche Investitionen, getragen von EU-Programmen wie der Recovery and Resilience Facility sowie dem NextGeneration EU-Budget, sorgen weiterhin für eine hohe Nachfrage in den Bereichen Verkehrsinfrastruktur, Energieversorgung und digitale Netze. Zusätzlich gewinnt der Ausbau erneuerbarer Energien im Zuge der europäischen Dekarbonisierungsstrategie weiter an Bedeutung.
Auch in Deutschland werden für das Jahr 2026 deutliche Impulse aus der öffentlichen Investitionstätigkeit erwartet. Die deutsche Bundesregierung hat ein Sondervermögen zur Stärkung von Infrastruktur und Klimaneutralität eingerichtet, aus dem im Jahr 2026 rund EUR 40 Mrd. für Investitionen vorgesehen sind. Ein wesentlicher Teil dieser Mittel soll in den Ausbau und die Modernisierung der Verkehrs-, Energie- und digitalen Infrastruktur fließen. Damit soll der bestehende Investitionsrückstand abgebaut und gleichzeitig ein konjunktureller Impuls für die Bauwirtschaft gesetzt werden.

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Im Nichtwohnbau wird für 2026 eine moderate Erholung erwartet. Investitionen in Gesundheits-, Bildungs- und Pflegeinfrastruktur sowie in Industrie- und Logistikbauten gewinnen wieder an Dynamik. Die zunehmende Digitalisierung und die fortschreitende Rückverlagerung von Liefer- und Produktionsketten wirken dabei unterstützend.
Der Wohnungsbau bleibt auch 2026 das strukturell herausforderndste Segment. Laut EUROCONSTRUCT dürfte die Bautätigkeit im Wohnneubau erst verzögert anziehen. Dennoch zeichnet sich für 2026 eine allmähliche Belebung ab, getragen von sinkenden Finanzierungskosten, nationalen Fördermaßnahmen sowie dem anhaltend hohen Bedarf an leistbarem Wohnraum, insbesondere in urbanen Regionen.
Auch für Österreich wird für 2026 laut WIFO eine vorsichtige konjunkturelle Erholung erwartet. Der robuste Arbeitsmarkt, steigende reale Einkommen und ein verbessertes Finanzierungsumfeld stützen den privaten Konsum und die Investitionstätigkeit. Öffentliche Infrastrukturprojekte und wohnbaupolitische Maßnahmen wirken zusätzlich stabilisierend auf die Bauwirtschaft.

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Der Auftragsbestand der PORR spiegelt diese Marktentwicklung deutlich wider. Mit einem Anstieg von über 10 % ist die PORR bestens für die Zukunft gerüstet. Den größten Anteil am Auftragsbestand bildet der Tiefbau mit 57,8 %. Der hohe Anteil an Infrastruktur- und Industriebauprojekten unterstreicht die Positionierung der PORR entlang der gesamten Bau-Wertschöpfungskette. Die Fähigkeit, komplexe Großprojekte als General- oder Totalunternehmer umzusetzen, bildet eine wesentliche Grundlage für die Nutzung der erwarteten Markterholung.
Ein weiterer Anteil ist dem Hochbau mit 35,2 % zuzuordnen. Hier verfügt die PORR über ein breites Leistungsportfolio, von hochvernetzten Datencenter bis hin zum gebäudetechnisch herausfordernden Gesundheitsbau. Im Wohnbau setzt die PORR unter anderem auf das Systembauprodukt „PORR Living“, um an den sich verbessernden Rahmenbedingungen teilhaben zu können.
Auf Basis des hohen Auftragsbestands sowie der erwarteten Marktentwicklung geht der Vorstand von einer moderat positiven Leistungs- und Umsatzentwicklung sowie einer Steigerung der EBIT-Marge im Jahr 2026 aus. Unverändert bleibt das langfristige Ziel einer EBIT-Marge von 3,5 % bis 4,0 % bis 2030.
Die Einschätzung des weiteren Geschäftsverlaufs orientiert sich an den aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sowie an den Chancen und Risiken in den jeweiligen Märkten. Eine Verschärfung geopolitischer Spannungen, neue Handelshemmnisse oder eine erneute Volatilität an den Finanzmärkten könnten jedoch negative Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung und die Geschäftstätigkeit der PORR haben. Jegliche Prognose ist daher mit Unsicherheiten behaftet.