PORR liefert starkes Geschäftsjahr 2024
Die Expertinnen und Experten der OECD prognostizieren für das Jahr 2025 ein globales Wirtschaftswachstum von 3,3 %. Sie gehen davon aus, dass große Notenbanken weitere Zinssenkungen vornehmen, wodurch sowohl der private Konsum als auch die Investitionstätigkeit spürbar angekurbelt werden. Gleichzeitig dürften die Inflationsraten weiter sinken. Allerdings gibt es erhebliche regionale Unterschiede in dieser Prognose. Während Entwicklungs- und Schwellenländer – insbesondere in Asien – weiterhin die zentralen Wachstumstreiber bleiben, sehen sich die USA und Europa mit teils erheblichen Unsicherheiten und Risiken konfrontiert.
Für die europäische Wirtschaft wird für das Jahr 2025 ein Wachstum von 1,3 % erwartet – eine Beschleunigung im Vergleich zum Vorjahr. Unterstützt wird diese Entwicklung durch weitere Zinssenkungen und ein dadurch verbessertes Finanzierungsumfeld. Zudem sorgen laufende Investitionen im Rahmen der europäischen Recovery and Resilience Facility für eine stabile Nachfrage in der Industrie. Der Arbeitsmarkt bleibt weiterhin robust, die Arbeitslosenquote niedrig, sodass das real verfügbare Einkommen weiter steigt. Dadurch dürfte sich auch der private Konsum schrittweise erholen. Dennoch belasten wesentliche Unsicherheitsfaktoren wie drohende Handelsrestriktionen, Protektionismus und geopolitische Spannungen das europäische Wirtschaftsumfeld.
In Österreich zeigt sich ein ähnliches Bild. Die Expertinnen und Experten des IHS gehen davon aus, dass die historisch hohe Sparquote weitgehend stabil bleibt, während sich das Realeinkommen aufgrund des soliden Arbeitsmarkts weiter verbessert. Der dadurch gestärkte private Konsum sowie die wieder anziehende Exportnachfrage in der Industrie sind treibende Faktoren für das Jahr 2025. Zudem dürfte das günstigere Zinsumfeld die Investitionstätigkeit weiter ankurbeln. Insgesamt erwartet das IHS daher eine wirtschaftliche Trendwende in Österreich mit einem Wachstum von 0,7 %.
Die insgesamt positiven gesamtwirtschaftlichen Aussichten setzen auch in der Bauwirtschaft erfreuliche Impulse. Eine steigende Investitionstätigkeit infolge verbesserter Finanzierungs- und Zinsbedingungen führt unter anderem zu einer erhöhten Nachfrage im Industriebau. Insgesamt dürfte der sonstige Hochbau im Jahr 2025 um 1,3 % wachsen. Langfristig sorgen dabei zwei der vier „Ds“ – die wesentlichen Rahmenbedingungen der Bauwirtschaft – für einen positiven Trend. Einerseits führt die Deglobalisierung zu einer Verlagerung von Liefer- und Produktionsketten in die Heimat- bzw. Nachbarländer. Andererseits treibt die Digitalisierung die Nachfrage nach dem Bau von Datencentern und Netzwerkleitungen erheblich an.
Gleichzeitig wirkt die angestrebte Energiewende – die Dekarbonisierung Europas, das dritte „D“ – als zentraler Wachstumsmotor. Dafür werden nicht nur neue Leitungsnetze, sondern auch Kraftwerke und Produktionsanlagen benötigt. Im Tief- und Infrastrukturbau sorgen zudem die europäische Recovery and Resilience Facility sowie das mehrjährige NextGenerationEU Budget für eine anhaltend hohe Nachfrage nach Ausbau und Modernisierung der Verkehrsinfrastruktur – mit einem Fokus auf Bahn- und Tunnelbau. Die Expertinnen und Experten von Euroconstruct prognostizieren für den Tiefbau im Jahr 2025 ein deutliches Wachstum von 2,5 %, wobei der Schwerpunkt in Osteuropa liegt. Noch nicht miteinbezogen ist dabei das erst kürzlich vorgeschlagene Sondervermögen für die deutsche Infrastruktur in Höhe von EUR 500,0 Mrd., das über einen Zeitraum von zehn Jahren investiert werden soll. Ebenso zum Infrastrukturbereich zählt der Gesundheitsbau, der mit einem Plus von 6,4 % die stärksten Impulse für die europäische Baubranche setzt. Die steigende Nachfrage sowohl nach nachhaltiger Transportinfrastruktur als auch nach modernen Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen ist maßgeblich auf das vierte „D“ zurückzuführen: den demografischen Wandel.
Dieser umfasst auch die fortschreitende Urbanisierung. Der Mangel an bezahlbarem Wohnraum bleibt ein wesentlicher Treiber dieser Entwicklung. Während der Wohnbau in Osteuropa bereits deutlich an Dynamik gewonnen hat und für das Jahr 2025 ein Wachstum von 4,0 % erwartet wird, verzögert sich die Entwicklung in Westeuropa. Dennoch zeichnen sich erste positive Signale im Bereich des Wohnungsneubaus ab.
Im Auftragsbestand der PORR spiegelt sich die europäische Entwicklung zum Teil deutlich wider. Der größte Anteil von 56,0 % ist dabei dem Tiefbau zuzurechnen. Die PORR profitiert hier davon, dass sie die gesamte Bau-Wertschöpfungskette aus einer Hand abdecken kann – auch bei hochkomplexen Infrastrukturprojekten. Im sonstigen Hochbau verfügt die PORR über ein außerordentlich breites Leistungsportfolio, vom gebäudetechnisch herausfordernden Gesundheitsbau über hochvernetzte Datencenter bis hin zu logistisch anspruchsvollen Fabriks- und Werksgebäuden. Das bietet sie auch als General- bzw. Totalunternehmerin an. Ein Anteil von 30,2 % des Auftragsbestands ist diesem sonstigen Hochbau zuzurechnen. Den geringsten Anteil von 7,9 % nimmt der Wohnbau ein. Hier setzt die PORR unter anderem auf Systembau und modulares Bauen, um an den sich verbessernden Rahmenbedingungen teilhaben zu können.
Auf Basis des kontinuierlich hohen Auftragsbestands von EUR 8,5 Mrd. geht der Vorstand für das Jahr 2025 von einer moderaten Leistungs- und Umsatzsteigerung sowie von einer EBIT-Marge von 2,8 % bis 3,0 % aus. Das Ziel bis 2030 ist eine EBIT-Marge von 3,5 % bis 4,0 %.
Die Einschätzung des weiteren Geschäftsverlaufs orientiert sich an den aktuellen Zielen in den einzelnen Bereichen sowie an den Chancen und Risiken, die sich in den jeweiligen Märkten ergeben. Sollte sich die geopolitische Situation verschärfen, könnte dies negative Auswirkungen auf die PORR und ihre Geschäftstätigkeit haben. Jegliche Beurteilung der wirtschaftlichen Entwicklung ist daher mit Prognoserisiken behaftet.
